ZENTRUM FÜR ELEMENTARPÄDAGOGIK DER STADT WIEN

 

Elementarpädagogik, der Leitgedanke und das Tempo

Weniger als Leitbild sondern eher als Leitgedanke soll an dieser Stelle das aus dem Griechischen stammende Wort „agogik“ betont werden, ein in der Musikwissenschaft gebräuchlicher Begriff, der die Lehre der individuellen Gestaltung des Tempos beim musikalischen Vortrag meint. (vgl.: Duden 2007)

Mit dieser ursprünglichen Bedeutung des „richtigen Tempos“ ist die heutige Begriffsanwendung in den Sozialwissenschaften verwandt. Darin ist Agogik ein Sammelbegriff für die Lehre über das professionelle Leiten und Begleiten von Menschen mit dem Ziel, ihre soziale Kompetenz zu erhöhen.

Soziale Kompetenz beinhaltet verschiedene Aspekte, wie Entscheidungsfähigkeit, Realisierungsfähigkeit, Führungsfähigkeit, Kontaktfreudigkeit, Kommunikation, Anpassungsfähigkeit, Stressbewältigung und Konfliktbewältigung.

Populäre Begriffe in Verbindung mit dem Wort Agogik sind Pädagogik, als die Wissenschaft von der Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen, Andragogik, als Wissenschaft von der Erwachsenenbildung oder Geragogik, als ein Gebiet der Pädagogik, das sich mit Bildungsfragen und -hilfen für ältere Menschen auseinandersetzt.

 

Elementarpädagogik und Diversität

Wien als interkulturelle Stadt benötigt Kindergartenpädagoginnen und Kindergartenpädagogen, die neben besten Qualifikationen auch über interkulturelle Kompetenz verfügen.
Aus diesem Grund ist kulturelle Diversität bzw. Interkulturalität an der bakip21 ein durchgängiges Unterrichtsprinzip.

Diversität / Verschiedenheit soll als solche erlebt, verstanden, gedeutet, geschätzt werden können und bei allen Schülerinnen, Schülern und Studierenden Handlungsfähigkeiten, im Sinne von Akzeptanz von Fähigkeiten zum Perspektivenwechsel, Interessensausgleich und Empathie, herausbilden.

Absolventinnen, Absolventen erhalten mit ihrem Diplomprüfungszeugnis einen Nachweis über ihre interkulturelle Kompetenz, die sie für die zukünftige pädagogische Arbeit im Elementarbereich besonders befähigt.

 

Elementarpädagogik?

Ergänzend oder vielleicht klärend sei darauf hingewiesen, dass „Elementarpädagogik“ jenen Teilbereich der Erziehungswissenschaft bezeichnet, der sich mit der Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in der frühen Kindheit befasst.

Die Elementarpädagogik untersucht auf der Grundlage psychologischer, soziologischer, medizinischer und anderer Erkenntnisse die Lernprozesse von Kindern unter sechs Jahren. (vgl.: http://lexikon.meyers.de)

Der Definition folgend, nehmen wir uns die Freiheit, „Kindergartenpädagogik“ durch „Elementarpädagogik“ zu erweitern. Gleichzeitig - und um Missverständnisse vorweg zu nehmen - soll festgehalten werden, dass die Formulierung „Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik“ nach wie vor jenen Schultyp bezeichnet, der im österreichischen Schulsystem eine fixe Größe darstellt.

Diese Begrifflichkeit wird ebenso in den Diplomprüfungszeugnissen verwendet und die Berufsbezeichnung lautet derzeit „Kindergartenpädagogin“ bzw. „Kindergartenpädagoge“.

 

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