SPECTRUM : PÄDAGOGIK
Vortragsreihe 2011/12
Festsaal der bakip21 | jeweils von 18.00 - 19.45 Uhr
Dauerkarte für alle Vorträge: € 15.-, Einzelvortrag € 3.- (Abendkassa)
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1. Vortrag am Donnerstag, 17. 11. 2011 | Antipädagogik
Dr. Hubertus von Schoenebeck (Deutschland)
Ehemaliger Lehrer, Sachbuchautor und in der Erwachsenenbildung seit 25 Jahren international tätig;
H v S hat vielfältige Schriften und Bücher zur postpädagogischen Thematik und Amication verfasst.
"Aus antipädagogischer Sicht bedeutet Erziehung eine geplante und gezielte Tätigkeit eines Menschen, mit dem er meist das Denken, zumindest aber das Verhalten eines anderen Menschen verändern will. Alternativ schlägt die Antipädagogik eine gleichberechtigte Lebensweise zwischen Menschen, vor allem zwischen jungen und älteren Menschen (Erwachsenen und Kindern) vor. Schlagwörter, die eine Auseinandersetzung mit der Antipädagogik provozieren, sind beispielsweise ´Unterstützen statt erziehen´ oder ´Kinder sind Selbstverantworter´."
2. Vortrag am Mittwoch, 23. 11. 2011 | Neugierig aufs Leben - Wahrnehmungsförderung für Kinder bis zum 7. Lebensjahr
Eine Buchpräsentation
Renate Schediwy-Oppolzer
Kindergärtnerin, Sprachheilpädagogin;
Autorin des Buches „Neugierig aufs Leben - Wahrnehmungsförderung für Kinder bis zum 7. Lebensjahr“.
"Die Entwicklung jedes Kindes hängt mit der Wahrnehmung und ihrer sinnvollen Förderung zusammen. Dieses Buch möchte Menschen, die mit Kindern leben oder arbeiten, neue Denkanstöße und Ideen zur Förderung der sinnlichen Wahrnehmung vermitteln. Die Anregungen in diesem Buch sind aus der Praxis für die Praxis geschrieben und richten sich an Eltern, Großeltern, aber genauso an KleinkindpädagogInnen, VolksschullehrerInnen und TherapeutInnen. Geboten werden Anregungen und konkrete Spielanleitungen für Kinder von 0 - 6 Jahren."
3. Vortrag am Montag, 28. 11. 2011 | Original Play - UrsprĂĽngliches Spiel im Kindergarten
Vortrag auf Englisch mit SimultanĂĽbersetzung
O. Fred Donaldson (USA)
Gilt als Spezialist zum Thema Spielen und genieĂźt weltweit Anerkennung fĂĽr seine Spielforschung.
"Das 'Ursprüngliche Spiel' (Original Play) wurde von Fred Donaldson entdeckt und so benannt und beschrieben - gelernt hat er es von Kindern, vor allem von den jüngsten. Ab 3 Jahren verschwindet dieser Schatz der Natur nämlich: In unserer Kultur wird er ersetzt durch ein Spielen mit Gewinnen und Verlieren - in der Praxis des Spielens mit Körperkontakt heißt das dann: Raufen.
Original Play ist hingegen ein liebevoller Körperkontakt mit zwei Botschaften: 'Du bist liebenswert' und 'Du brauchst keine Angst zu haben'.
In der Praxis umgesetzt bedeutet das, dass der Spielgefährte/die Spielgefährtin einen Spielplatz (ein Feld von ca. 10qm aus Turnmatten - im Sommer geht's auch auf einer weichen Wiese...) herrichtet und die interessierten Kinder der Reihe nach (zuerst einmal einzeln) auf den Spielplatz einlädt. Auf die jeweilige Energie des Kindes eingehend (='spiegelnd') spielt man entsprechend sanft/langsam oder wild/schnell für eine halbe Minute oder eine Minute; die Zeitdauer richtet sich nach der Anzahl der anwesenden Kinder und deren Geduldspanne (warten zu können und den anderen beim Spielen zuzuschauen). Für die anderen, zusehenden Kinder gilt die Regel: Nur zusehen, keine Kommentare und kein Spielzeug etc. (Es empfiehlt sich in der ersten Zeit einen Kollegen/eine Kollegin dabeizuhaben, die bei den zusehenden Kindern ist.) - Für den Erwachsenen gilt: Die erste Berührung soll vom Kind ausgehen. Nicht aufstehen und die Kinder nicht festhalten oder kitzeln!
Neben dieser 'ritualisierten' Form des Spiels kann man dann aber auch spontan, wo man gerade ist, einen solchen liebevollen Körperkontakt aufnehmen.
Ebenso kann man auch bei einander schlagenden Kindern damit 'dazwischengehen' und dadurch die aggressive Energie auf einen selbst umlenken und transformieren (Statt etwas zu sagen oder Kinder festzuhalten); die vorher gegeneinander kämpfenden Kinder werden dadurch auch zu einem 'Team'!
WAS und WIE man da spielt, ist einerseits einfach (man bleibt bei sich und seiner liebevollen Haltung dem Kind gegenüber; es gibt kein Spielziel) - andererseits braucht man für den Umgang mit aggressiven Energien (und die kommen häufig vor!) ein paar 'Tricks', mit denen man sich schützen kann; schließlich will man weder Opfer werden noch in Wut geraten und so selber zum Aggressor werden!
Dieses Wissen kann man in einem Tages- oder Wochenend-Workshop mit Fred Donaldson erlangen, wo man in Partnerübungen die unterschiedlichen Qualitäten von Wettkampf und (Ursprünglichem) Spiel erfährt, die besagten 'Tricks' kennenlernt und vor allem das Spielen auf dem Matratzenfeld mit den anderen SeminarteilnehmerInnen erleben kann!
Original Play erlaubt es, für die Dauer des Spiels aus den 'Rollen' auszusteigen (KindergärtnerIn-Kind, behindert-nicht behindert, Mann-Frau, Schwarz-Weiß, ... bis hin zu Tier/Mensch!) und Liebe zu geben und zu empfangen.
Original Play ist keine Form von Therapie, hat aber therapeutische Wirkung, es ist eine Art 'flow-Erlebnis' und tut sowohl den Kindern als auch den Erwachsenen gut!"
4. Vortrag am Donnerstag, 01. 12. 2011 | Die barrierefreie Vorschule - menschenrechtliche Grundlagen
Maga Marianne Schulze
Menschenrechtsexpertin, Studium der Rechtswissenschaften und Master in Human Rights;
Vorsitzende des unabhängigen und weisungsfreien Monitoringausschusses zur Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen:
"´Inklusion´ ist nicht nur ein Schlagwort, es ist ein menschenrechtliches Prinzip. Die jüngste Menschenrechtskonvention der Vereinten Nationen, die Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, gewährleistet unter anderem das Recht auf Inklusion von Kindern mit Behinderungen in Regelkindergärten. Wie kann und soll dieses und andere Menschenrechte aus Sicht des Überwachungsgremiums der Konvention, dem unabhängigen Monitoringausschuss, in Österreich umgesetzt werden?"
Präsentation pdf
5. Vortrag am Montag, 16. 01. 2012 | Vielfalt als Chance!
Maga Mari Steindl
Geschäftsführerin des Interkulturellen Zentrums. Sozial – und Kulturanthropologin; MA Angewandtes Wissensmanagement. Organisatorin und Trainerin von und bei nationalen und internationalen Bildungsprogrammen (Europäische Union, Europarat);
Leitung des Lehrgangs „Interkulturelle Kompetenzen“, Curriculumsentwicklung und Durchführung des Lehrgangs Interkulturelle Elternbegleitung, Curriculumsentwicklung Lehrgang Sprache und Kultur; Lektorin an der Universität Wien und der Pädagogischen Hochschule, Donau Universität Krems.
"Die pluralistische Gesellschaft wird mehr und mehr zu einer Realität. Menschen werden mit unterschiedlichen Weltbildern, Einstellungen und Lebensformen in ihrem unmittelbaren Lebensalltag konfrontiert. Umgang mit Vielfalt wird zur Herausforderung. Besonders für Pädagogen und Pädagoginnen im Kindergartenbereich und im Volksschulbereich wurde und wird das Thema sprachliche Vielfalt problematisiert.
Eine Auseinandersetzung mit eigenen und fremden Kulturkonzeptionen und deren praktischer Anwendung in den verschiedenen Bereichen ist sinnvoll. Vielfalt und Fremdheit sind Erfahrungen, die aber nicht nur im Zusammenhang mit Kultur stehen, sondern auch mit anderen individuellen LebensentwĂĽrfen, mit differenten politischen Vorstellungen und anderen Bereichen, in denen Differenzen vorhanden sind.
Perspektivenwechsel, der eigene Umgang mit Unsicherheit und Rahmenbedingungen, in denen pädagogisches Arbeiten stattfindet, sind wichtige Eckpunkte für eine Diskussion, um kulturelle Vielfalt als Chance zu erleben."
6. Vortrag am Dienstag, 24. 01. 2012 Begabungsförderung im Kindergarten
MMaga Birgit Hartel
Psychologin, Pädagogin sowie Sonder- und Heilpädagogin, diplomierte ECHA-Pädagogin;
Preisträgerin der Dr. Maria-Schaumayer-Stiftung 2009;
Universitätslektorin am Institut für Wirtschaftspsychologie, Bildungspsychologie und Evaluation, Fakultät für Psychologie, Wien;
freiberufliche Wissenschafterin, Autorin und Fortbildnerin u.a. zu den Themen: Hochbegabung im Kindergarten, Übergang vom Kindergarten zur Volksschule, Qualitätsmanagement im Kindergarten, Portfolios im Kindergarten.
"Die Entwicklungspsychologie gibt uns darüber Auskunft, dass im Kleinkind- und Vorschulalter wesentliche Grundlagen für die zukünftige Bildung und Entwicklung gelegt werden. Es ist daher nicht verwunderlich, dass auch die Thematik „Frühzeitiges Erkennen und Fördern von (hohen) Begabungen“ verstärkte gesellschaftliche Aufmerksamkeit erfährt. Auch und besonders im vorschulischen Bereich geht es um die Schaffung eines anregenden, vielgestaltigen Spiel- und Lernumfeldes, wobei das Sachwissen der KindergartenpädagogInnen über Begabungsförderung dabei eine wesentliche Rolle spielt."
Präsentation (pdf)
7. Vortrag am am Dienstag, 13. 03. 2012 März | Legasthenie
Maga Barabara Wallner
Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin; Kindergarten- und Hortpädagogin;
klinische Psychologin in freier Praxis sowie an der Kinderabteilung im Landesklinikum Mödling.
"Dieser Vortrag behandelt Mythen und Fakten rund um das Thema Legasthenie und andere Teilleistungsschwächen. Geboten werden Erklärungsmodelle und wichtige Aspekte zu Legasthenie und Co. Das Modell eines Teufelskreises zur Entstehung von Lern- und Schulproblemen wird vorgestellt. Es werden auch Lernstrategien und konkrete Interventionsmöglichkeiten für den Schul- bzw. Hortalltag präsentiert."
Präsentation (pdf)
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FĂĽr die Organisation
Elisabeth Grois | elisabeth.grois@wien.gv.at
Veronika Mikus | veronika.mikus@wien.gv.at
Dauerkarten sind ab Ende Oktober bei den Pädagogik- / HSP- Lehrkräften der Klasse bzw. des Kollegs erhältlich
oder bei der Organisation.

